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Agrarpacht pro Hektar: aktuelle Preise nach Bundesland
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Agrarpacht pro Hektar: aktuelle Preise nach Bundesland

6 Min. Lesezeit·Zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2026

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Was Sie für einen Hektar Acker- oder Grünland an Pacht verlangen können, hängt weniger vom Bauchgefühl ab als oft vermutet. Die amtliche Statistik liefert klare Anhaltspunkte. Als Landeigentümer profitieren Sie davon, diese Zahlen zu kennen, bevor Sie einen neuen Pachtvertrag verhandeln. In diesem Beitrag ordnen wir die aktuellen Werte ein:

  • Wie sich die Pachtpreise zwischen den Bundesländern unterscheiden
  • Warum NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an der Spitze stehen
  • Wie sich Bestandspachten und Neupachten unterscheiden
  • Welche fünf Faktoren den Preis Ihrer Fläche bestimmen
  • Wie Sie den Pachtzins im Vertrag fair und flexibel festlegen

Pachtpreise in Deutschland: Der Bund-Durchschnitt 2023

Salopp gesagt: Der bundesweite Durchschnittspreis ist ein nützlicher Anker, mehr aber auch nicht. Nach der Agrarstrukturerhebung 2023 zahlten Pächter im Bundesdurchschnitt 357 Euro pro Hektar landwirtschaftliche Fläche. Das ist das offizielle Bezugsjahr – aktueller geht es bei den amtlichen Werten nicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Agrarstrukturerhebung 2023. Die Werte beziehen sich auf laufende Pachtverhältnisse je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF). Acker- und Grünland werden bei dieser Kennzahl zusammen erfasst; Acker liegt regelmäßig deutlich darüber.

Hieraus ergibt sich automatisch die Frage: Was ist mit Ihrer Fläche? Der Bundeswert verbirgt eine enorme regionale Spannweite. Spitzenreiter und Schlusslicht trennen über 460 Euro pro Hektar.

NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an der Spitze

Die höchsten Pachtpreise zahlen Pächter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dahinter steht eine Kombination aus fruchtbaren Böden, dichter Veredelungswirtschaft und intensiver Konkurrenz um die letzten freien Flächen. In Bayern liegt das Preisniveau spürbar darunter, im Saarland nochmals deutlich.

BundeslandPachtpreis LF (€/ha)
Nordrhein-Westfalen560
Niedersachsen548
Schleswig-Holstein479
Bayern415
Saarland99
Bund-Durchschnitt357

Quelle: Destatis Agrarstrukturerhebung 2023.

Im Klartext bedeutet dies: Ein Hektar Pachtland in Nordrhein-Westfalen kostet im Durchschnitt mehr als das Fünffache eines vergleichbaren Hektars im Saarland. Innerhalb eines Bundeslandes bleiben die Unterschiede zwischen Veredelungsregionen und benachteiligten Gebieten nochmals erheblich.

Neupachten liegen 30 bis 40 Prozent über Bestandspachten

Ein wichtiger Punkt für Ihre Verhandlung: Die Durchschnittswerte spiegeln alle laufenden Verträge wider – also auch solche, die vor zehn oder fünfzehn Jahren abgeschlossen wurden. Neu verhandelte Pachten liegen typischerweise 30 bis 40 Prozent darüber.

Ein Beispiel aus NRW: Während die Bestandspacht 2023 im Durchschnitt 560 Euro pro Hektar betrug, lag der Pachtpreis für Neuverpachtungen bei 781 Euro pro Hektar. Für reines Ackerland weist IT.NRW sogar 659 Euro pro Hektar aus. Wenn Sie also einen auslaufenden Vertrag neu verhandeln, ist der Bestandswert nur Ihre untere Verhandlungsschwelle, nicht der Marktpreis.

Preisentwicklung seit 2013: rund 50 Prozent Anstieg

Über die letzten zehn Jahre haben sich die Pachten deutlich verteuert. Im Bundesdurchschnitt sind die Preise von 2013 bis 2023 um rund 50 Prozent gestiegen – getrieben durch steigende Nachfrage, knappes Flächenangebot, Stilllegungen aus Naturschutzgründen und die Ausweitung von Bio- und Energiewirtschaft. In NRW lag der Anstieg laut IT.NRW bei knapp 46 Prozent (2013: 385 Euro je Hektar LF; 2023: 560 Euro je Hektar LF).

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Diese fünf Faktoren bestimmen den Preis Ihrer Fläche

Warum zahlt ein Pächter für den Hektar nebenan plötzlich 200 Euro mehr? In aller Regel liegt es an einer Kombination dieser fünf Faktoren. Wir empfehlen Ihnen, jeden Punkt für Ihre eigene Fläche durchzugehen, bevor Sie in die Verhandlung gehen.

Bodengüte

Die Ackerzahl ist der zentrale Werttreiber. Böden mit über 70 Bodenpunkten erzielen regelmäßig die höchsten Pachten, leichte Sandböden mit unter 30 Punkten oft nur einen Bruchteil. Fragen Sie für Ihre Fläche die Bodenschätzung beim zuständigen Finanzamt ab.

Lage und Erschließung

Eine Fläche in einer Veredelungsregion mit hoher Tierdichte ist als Gülleausbringungsfläche besonders gefragt. Erschließung über Wirtschaftswege, Schlaggröße und Arrondierung wirken sich ebenfalls direkt auf den Preis aus.

Wassernähe und Klima

Beregnungsmöglichkeit, Grundwasserstand und durchschnittliche Niederschläge entscheiden über die Ertragssicherheit. Trockenjahre der letzten Jahre haben den Wert wassersicherer Lagen spürbar gehoben.

Nachfrage vor Ort

Wo viele Betriebe um wenig Fläche konkurrieren – etwa im westlichen Münsterland oder in Weser-Ems – treibt schon die nächste Hofnachfolge die Preise. In strukturschwachen Regionen ist das Gegenteil der Fall.

Vertragsdauer und -gestaltung

Lange Laufzeiten geben dem Pächter Planungssicherheit. Diese Sicherheit lassen sich viele Pächter im Pachtzins etwas kosten. Wertsicherungsklauseln und Anpassungsmechanismen wirken in die gleiche Richtung.

Den Pachtzins im Vertrag festlegen

Die Festlegung des Pachtzinses ist ein Kernpunkt jeder Vertragsverhandlung. Bei Laufzeiten von zwölf, achtzehn oder mehr Jahren wird ein heute richtiger Betrag in fünf Jahren möglicherweise schon nicht mehr passen. Es geht also weniger um den perfekten Preis als um eine faire Anpassungsmechanik. Drei Modelle haben sich in der Praxis bewährt:

Feste Pachtsumme

Sie vereinbaren einen festen Betrag pro Hektar und Jahr. Vorteil: maximale Planungssicherheit für beide Seiten. Nachteil: Bei starken Marktbewegungen kann der Vertrag schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Sinnvoll vor allem bei kurzen Laufzeiten.

Indexierte Pachtsumme

Die Pacht wird an einen Index gekoppelt, etwa den Erzeugerpreisindex landwirtschaftlicher Produkte oder den Verbraucherpreisindex. Vorteil: Der Pachtzins entwickelt sich im Takt der Wirtschaft. Nachteil: Indexsprünge können beide Seiten überraschen – ein Korridor mit Ober- und Untergrenze hilft.

Leistungsabhängige Pacht

Ein Teil des Pachtzinses richtet sich nach Erntemenge oder Umsatz. Vorteil: Beide Seiten teilen Chancen und Risiken. Nachteil: Höherer Aufwand bei der Abrechnung und potenziell Diskussionen über die Ertragsermittlung. In der reinen Form heute eher selten.

Wir empfehlen Ihnen, zusätzlich eine Anpassungsklausel in festen Intervallen vorzusehen, etwa alle drei bis fünf Jahre. So bleibt Ihr Vertrag auch nach zehn Jahren am Markt orientiert, ohne dass jede Partei den Vertrag jedes Jahr neu öffnen muss.

Fazit: Was Sie als Verpächter mitnehmen sollten

Pachtpreise sind regional sehr unterschiedlich, aber nicht beliebig. Mit dem Bund-Durchschnitt von 357 Euro pro Hektar, den Spitzenwerten in NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie dem 30 bis 40 Prozent höheren Niveau bei Neupachten haben Sie einen belastbaren Verhandlungsrahmen. Entscheidend ist, dass Sie die fünf Werttreiber Ihrer Fläche kennen und im Vertrag eine Anpassungsmechanik vorsehen, die auch in zehn Jahren noch trägt.

Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Fläche heute am Markt bringt – ob als klassische Pacht oder als alternative Nutzung – prüfen wir das gerne für Sie. Kostenfrei und unverbindlich.

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